Jean-François Van de Poël : « Penser son écologie d’enseignement avec le soutien du numérique »

2 novembre 2021, 17:00 – 19:00

Jean-François Van de Poël, Directeur adjoint aux affaires numériques de l’université de Lausanne. Il a développé ses compétences dans le domaine du conseil pédagogique et de la formation des enseignant·e·s avant de prendre un virage plus numérique en 2002 et se concentrer sur les usages potentiels des technologies au service de l’enseignement et de la formation.

Nicht alles Digitale hat einen Mehrwert

Lehren und Arbeiten an Hochschulen nach Corona: Das neue Normale – Was bleibt und was ändert sich? Diesen Fragen widmet sich die dreiteilige Veranstaltungsreihe «HEM Impuls». In der zweiten Veranstaltung referierte Jean-François Van de Poël über den sinnvollen Einsatz digitaler Technologien.

«Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, den Unterricht digital anzureichern», sagt Jean-François Van de Poël grad zu Beginn seines Referats. Um nur zwei zu nennen, die an der Université de Lausanne (UNIL), wo der Belgier derzeit arbeitet, eine zentrale Rolle spielen: Mahara ist ein E-Portfolio, in dem Studierende «Nachweise für lebenslanges Lernen» aufzeichnen können, z. B. Aufsätze, Kunstwerke oder andere Dinge, die sie produzieren und die digital gespeichert werden können. Oder WOOCLAP, eine kollaborative Plattform. Dabei werden Smartphones in ein Lerntool verwandelt, mit dem man miteinander lernen kann, auch wenn man sich nicht im gleichen Klassenzimmer befindet. Seinen Ansatz zur digitalen Lehre führt er in einem kurzen Clip aus, der von der Université de Lausanne (UNIL) publiziert wurde.

Entscheidend: Nicht alles, was möglich ist, hat auch einen Mehrwert. Im Rahmen des neuen Online-Formats «HEM Impuls» hat Jean-François Van de Poël konkretisiert, wie diese digitalen Technologien sinnvoll für das Lehren und Lernen eingesetzt werden. Digitale Technologien sind demnach immer als Teil des gesamten pädagogischen Ökosystems zu denken und müssen darin einen Mehrwert bilden. Verfügen zum Beispiel Dozierende nicht über die technologischen oder didaktischen Kompetenzen, Erklärvideos einzusetzen, macht dieses Format wenig Sinn. Zeigt sich hingegen, dass das Aufzeichnen von Vorlesungen den Lernerfolg von Studierenden erhöht und gleichzeitig niederschwellig gemacht werden kann, ist ein Nutzen zu erwarten. «Der Einsatz digitaler Technologien muss immer von Resultaten gesteuert sein», sagt Jean-François Van de Poël. Die nachfolgende Infografik bildet Schritte zur Digitalisierung der Lehre ab.

Infografik

Die drei Personen, welche den «HEM Impuls» initiiert haben, haben die zentralen Erkenntnisse des Talks unmittelbar danach kommentiert und eingeordnet. Es sind dies Barbara Fäh (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik), Catherine Sokoloff (HEM) und René Graf (HES-SO), der den Talk auch geleitet hat. In diesem Gespräch erfahren Sie unter anderem, welche Kompetenzen es braucht, um sich auf den Weg zu einer digitalen Lehre zu machen.

Bericht: Dr. Steff Aellig & Dr. Dominik Gyseler, HfH Wissenschaftskommunikation

Mark Brown: «Post-pandemic transformation of higher education institutions: challenges and drivers»

28. September 2021, 17:00 – 19:00

Prof. Mark Brown, Direktor des National Institute for Digital Learning an der Dublin City University (DCU), digitale Leadership Expertise in hochschulweiten Digitalisierungprojekten, Implementierungen und Evaluationen von «Digital Learning and Teaching» Initiativen, Tätigkeiten und Einsitz in internationalen Gremien zur digitalen Hochschullehre.

«Digitales Lernen muss intentional sein»

Lehren und Arbeiten an Hochschulen nach Corona: Das neue Normale – Was bleibt und was ändert sich? Diesen Fragen widmet sich die dreiteilige Veranstaltungsreihe «HEM Impuls». In der ersten Veranstaltung referierte Mark Brown über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Zeit nach der Pandemie.

Brainstorming via «Teams», «MOOCs» für die Masse, hybrider Unterricht – digital ist überall, gerade nach Corona. Und kaum einer wäre prädestinierter als Mark Brown, die Bedeutung digitalen Lernens für die Zukunft zu untermauern. Der Neuseeländer ist Direktor des National Institute for Digital Learning an der Dublin City University und hat weltweit eine Reihe von Digitalisierungsprojekten begleitet. Sein Fazit? «Es gibt gutes und schlechtes Unterrichten. Die Art der Vermittlung – also online oder offline – ist nicht entscheidend für die Qualität des Erlebens von Studierenden», so Brown. Denn digitales Lernen muss intentional sein, das heisst: zielgerichtet eingesetzt werden, fordert er. Was dies für die Zeit nach der Pandemie bedeutet, führt er im nachfolgenden Video aus. Dieses Video wurde nicht während des HEM-Referats aufgezeichnet, sondern ist auf Mark Browns Website publiziert.

Im Rahmen des neuen Online-Formats «HEM Impuls» hat er konkretisiert, wie digitales Lernen funktionieren sollte. Seine Argumentation lässt sich in drei Punkten zusammenfassen. Erstens: Das digitale Lernen hat nicht prinzipiell einen Mehrwert, sondern es muss gezielt eingesetzt werden – eben intentional. Und zwar dort, wo es das pädagogische Setting anreichert. Das klingt erstmal recht banal und unaufgeregt, ist aber im Hype des Digitalen, der zuweilen zu beobachten ist, doppelt zu unterstreichen. Zweitens: Man muss viel stärker von den Lernenden ausgehen und nicht von den Dozierenden aus denken. Auch diese Forderung ist weitreichender, als sie zunächst klingt. Für manch eine Lehrperson ist das Unterrichten von zuhause aus niederschwelliger, weil der Arbeitsweg wegfällt und man auch Inhalte vorproduzieren kann. Für die Studierenden hat das aber nicht immer einen Mehrwert. «Lehrpersonen brauchen einen pädagogischen Kompass», fordert Brown deshalb. Dieser Kompass, der unten abgebildet ist, unterscheidet verschiedene Lernformen. Auf der Basis dieser Lernformen kann das pädagogische Setting definiert werden. Und erst jetzt – drittens – kommen die einzelnen digitalen Möglichkeiten ins Spiel. Diese können nun gezielt eingesetzt werden, um einen Mehrwert zu schaffen. Und nur dann.

Mark Brown - digitaler Kompass

Die drei Personen, welche den «HEM Impuls» initiiert haben, haben die zentralen Erkenntnisse des Talks unmittelbar danach kommentiert und eingeordnet. Es sind dies Barbara Fäh (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik), Catherine Sokoloff (HEM) und René Graf (HES-SO), der den Talk auch geleitet hat. In diesem Gespräch erfahren Sie unter anderem, was es braucht, um eine digitale Kultur in der ganzen Institution zu verankern.

Hier geht es zurück zu den aktuellen HEM Impuls Programmen.