HEM Bürgenstock

Cases / Études de cas 2026

Raum / Salle
A Aeschlimann Belinda
Neumann Jörg
EHB Clubraum 3
Wissenstransfer durch Netzwerkbildung: Das Beispiel des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung (OBS EHB)
Das Schweizerische Observatorium für die Berufsbildung (OBS EHB) zeigt, wie Hochschulen durch Netzwerkbildung Wissenstransfer und Legitimation zugleich sichern können. Im Zentrum steht der Beirat als «Co-Governance»-Instrument, der Forschung, Politik und Praxis miteinander verknüpft und so Spannungsfelder produktiv nutzbar macht. Der Case verdeutlicht, wie durch kontinuierliche Einbindung, breite Repräsentation und transparente Kommunikation ein Observatorium zu einem Impulsgeber für Innovation und Identität in der Berufsbildung wird. Teilnehmende erhalten Einblicke in Erfolgsfaktoren und Herausforderungen, die für die Gestaltung zukunftsfähiger Netzwerke im Hochschulbereich wegweisend sind.
B Huber Sebastian
Arnold Tanja
HSLU / Schweizer Armee Clubraum 4
National Center of Excellence in Crisis Management – Forschungskooperation entsteht im Start-Up-Modus
Aus einer praxisnahen Initiative zweier Experten entstand an der Hochschule Luzern das CAS Krisenmanagement und Organisationale Resilienz, das sich durch enge Vernetzung mit Praxispartnern und der Schweizer Armee zu einem langfristigen Forschungsprojekt weiterentwickelt. Der Case zeigt, wie Hochschulen im „Start-Up-Modus“ durch iterative Entwicklung, Pitching und Effectuation neue Partnerschaften aufbauen und zusätzliche Ressourcen erschliessen können. Im Fokus stehen Fragen nach dem „Product-Market-Fit“ von Forschungsprojekten, der Rolle unternehmerischer Methoden in der Drittmittelakquise sowie der Übertragbarkeit von Tools wie Business Model Canvas oder Value Proposition Canvas auf andere Forschungsfelder. Teilnehmende erhalten Einblicke in ein dynamisches Beispiel, das die Schnittstelle von Innovation, Kooperation und institutioneller Identität im Hochschulbereich beleuchtet.
C Kreis Annelies
Galle Marco
PHLU Clubraum 5
Professionalisierung durch gemeinsame Tätigkeit im Sozialen Netzwerk – Kooperative Ausbildungskonzepte in der Lehrpersonenbildung
Der Case zeigt, wie Professionalisierungsprozesse in der Lehrpersonenbildung wesentlich durch soziale Netzwerke zwischen Hochschulen und Schulen geprägt sind. Mit einem theoretischen Framework, das Aktivitätstheorie und soziale Netzwerktheorie verbindet, sowie einer Methode zur Visualisierung von Netzwerken werden neue Wege eröffnet, um Kooperationen systematisch zu analysieren, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Teilnehmende erhalten Einblicke in die Chancen und Spannungsfelder dieser Zusammenarbeit – von der Sicherung qualitätsvoller Praktika über den Zugang zu wissenschaftlichem Wissen bis hin zu den Herausforderungen knapper Ressourcen und fehlender Mentor:innen. Im praktischen Teil können sie eigene Netzwerkkarten erstellen und diskutieren, wie sich diese Ansätze auch auf andere Fachbereiche übertragen lassen.
D Dick Marlies
Niederberger Jonas
BFH / Universität Bern / PHBern / PH-Institut NMS Bern Clubraum 6
Students4Sustainability – Ein hochschulübergreifender Hub für studentisches Engagement im Bereich Nachhaltige Entwicklung am Standort Bern
Students4Sustainability vereint seit 2024 die Universität Bern, die Berner Fachhochschule, die Pädagogische Hochschule Bern und das PH-Institut NMS Bern in einem hochschulübergreifenden Hub für Nachhaltigkeitsprojekte. Das Projekt fördert studentische Initiativen durch finanzielle Unterstützung, Coaching und Infrastruktur und schafft zugleich eine aktive Community, die Austausch und Kollaboration über institutionelle Grenzen hinweg ermöglicht. Strategische Entscheidungen und Projektförderungen erfolgen partizipativ durch ein breit besetztes Board und Evaluationsgremium, wodurch Legitimation und Praxisnähe gesichert sind. Der Case zeigt, wie Hochschulen durch kooperative Netzwerkbildung Ressourcen bündeln, studentische Selbstwirksamkeit stärken und nachhaltige Transformation vorantreiben können – ein Good Practice für zukunftsfähige Hochschulentwicklung.
E Barth Cornelia Anne
Prytherch Helen
BFH / Swiss Tropical and Public Health Institute Clubraum 7
Bildungsnetzwerke als Brücke zwischen Hochschulen, Zivilgesellschaft und Entwicklungspolitik: Interprofessionelle Rehabilitation in der Ukraine
Das Projekt zeigt, wie Bildungsnetzwerke zwischen Hochschulen, Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen in Krisenkontexten tragfähige Lösungen schaffen können. Gemeinsam mit ukrainischen Partnern wird ein nationales Weiterbildungskonzept für Rehabilitationsberufe entwickelt, das lokale Expertise einbindet und bestehende Systeme stärkt, statt Parallelstrukturen aufzubauen. Durch interprofessionelle Curricula, partizipative Governance und die Nutzung nationaler Daten entsteht ein skalierbares, nachhaltiges Modell für Continuing Professional Development. Der Case verdeutlicht, wie Hochschulen Verantwortung übernehmen, sektorübergreifende Kooperation gestalten und gesellschaftliche Herausforderungen durch Netzwerkbildung aktiv adressieren.
F Juric Adrian
Bolomey Olivier
PHTG / HEP Vaud Clubraum 8
Projet PEERS – Sprach- und Kulturbrücken zwischen der Deutsch- und der Westschweiz durch Studierendennetzwerke bauen
Das Projet PEERS verbindet die Pädagogische Hochschule Thurgau und die HEP Vaud in einem bilateralen Austauschprojekt, das Studierende über zwei Semester hinweg gemeinsam an der Schnittstelle von Forschung, Lehre und schulischer Praxis arbeiten lässt. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für den Erwerb einer zweiten Landessprache zu begeistern, indem Austauschaktivitäten direkt in den Unterricht integriert werden. Durch Forschungsaufenthalte, Schulbesuche und die Entwicklung praxisnaher Unterrichtssequenzen entsteht ein Netzwerk, das Theorie und Praxis verbindet und langfristig Mehrsprachigkeit sowie kulturelles Verständnis stärkt. Der Case zeigt, wie Hochschulen durch gezielte Netzwerkbildung ihre Profilbildung schärfen, Studierende zu Multiplikator:innen machen und gesellschaftliche Wirkung entfalten können.
G Böckelmann Christine
Ulbrich Frank
HSLU Business- und Medienraum 1
Unfreiwillig vernetzt? Der WWF als Impulsgeber curricularer Transformation zwischen Innovation und Identität
Das Praxisbeispiel des WWF Schweiz zeigt, wie externe Akteure durch Ratings und öffentliche Kommunikation faktisch in hochschulische Prozesse eingreifen und damit asymmetrische Netzwerke entstehen lassen. Hochschulen geraten dadurch in Spannungsfelder zwischen Innovationsdruck und institutioneller Autonomie, da externe Erwartungen Legitimität über Transparenz und Vergleichbarkeit erzeugen. Der Case verdeutlicht, dass erfolgreiche Integration solcher Impulse nur gelingt, wenn Hochschulen ihre Gestaltungsautonomie wahren, externe Anforderungen in interne Governance-Strukturen überführen und ein ausgewogenes Verhältnis von Offenheit und Stabilität schaffen. Er lädt dazu ein, externe Ratings nicht als Vorgaben, sondern als Impulse für Reformdiskussionen zu nutzen und so die Innovationsfähigkeit im Hochschulbereich zu stärken.
H Ursprung Cornelia
Eicher Simone
OST Business- und Medienraum 2
Nachhaltigkeit des Age Innovation Prize
Der Age Innovation Prize (AIP) der OST vernetzt seit 2023 Hochschulen, Unternehmen und gesellschaftliche Akteure, um AgeTech-Innovationen für Selbstständigkeit, Inklusion und Lebensqualität älterer Menschen zu fördern. Mit Coaching, Co-Creation und Design-Sprints unterstützt der Wettbewerb nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch die Weiterentwicklung innovativer Projekte. Nach dem Wegfall projektgebundener Mittel steht die Hochschule vor der Herausforderung, ihre Rolle im Netzwerk ohne eigene Finanzierung strategisch zu sichern. Der Case beleuchtet Spannungsfelder zwischen Anspruch und institutionellen Möglichkeiten und diskutiert Modelle für nachhaltige Partnerschaften, Governance und Finanzierung. Teilnehmende erhalten Impulse, wie Hochschulen trotz struktureller Restriktionen Innovationsnetzwerke langfristig verankern und weiterentwickeln können.
I Müntz Alex
Fabian Carlo
FHNW Business- und Medienraum 3
Gesundheitscampus Olten (GCO) – Interdisziplinäre Netzwerkbildung für Future Health an der FHNW
Der Gesundheitscampus Olten (GCO) ist ein 2025 gegründetes, interdisziplinäres Netzwerk der FHNW, das im strategischen Zukunftsfeld Future Health verankert ist. Als Bottom-up-Initiative fördert er den Austausch zwischen den Hochschulen Soziale Arbeit, Technik & Umwelt, Psychologie und Wirtschaft und entwickelt gemeinsam mit Praxispartner:innen neue Ideen und Projekte. Ein erstes Beispiel ist das Forschungsprojekt Optometrie & Alter, das die Sehversorgung älterer Menschen im Pflegekontext untersucht und dabei Fachkompetenzen aus unterschiedlichen Disziplinen verbindet. Der Case zeigt, wie lokale Bündelung von Expertise Identität schafft, wie freiwillige Kooperation nachhaltige Wirkung entfaltet und welche Chancen und Herausforderungen mit ressourcenbasierten Netzwerken verbunden sind. Teilnehmende erhalten praxisnahe Impulse, wie Hochschulen durch offene, kooperative Formate Silos überwinden und innovative Netzwerke aufbauen können.
K Bernardi-Zucca Ilaria
Cavolo Mariano
SUPSI Deuxième
Travail en réseau comme outil indispensable pour répondre rapidement aux besoins formatifs du territoire dans le domaine de la Formation Continue à la SUPSI.
À la SUPSI, le travail en réseau constitue un outil central pour répondre rapidement aux besoins formatifs du territoire, en particulier dans le domaine de la formation continue en santé. Depuis 2006, des collaborations structurées avec institutions de soins, acteurs politiques et partenaires académiques permettent de co‑concevoir des parcours flexibles et adaptés aux défis croissants du secteur sociosanitaire. Deux exemples illustrent cette dynamique : une commission de programmation réunissant acteurs institutionnels et académiques pour développer de nouvelles offres, et une enquête exploratoire sur les besoins des spécialistes cliniques afin d’ajuster les curricula aux compétences attendues. Ces expériences montrent que la confiance, les objectifs partagés et l’implication de multiples acteurs favorisent l’innovation et la pertinence des formations, tout en posant la question de la durabilité financière et organisationnelle.
L Tschopp Dominik
Schlatter Monika
FHNW Deuxième
Communities of Practice als Impuls für das Hochschulmanagement im Zeitalter von KI am Beispiel der EduAI@FHNW-Community
Der tiefgreifende Wandel durch Künstliche Intelligenz stellt Hochschulen vor komplexe Herausforderungen, die durch Communities of Practice (CoPs) aufgegriffen werden können. Das Fallbeispiel EduAI@FHNW zeigt, wie eine hochschulübergreifende Community seit 2023 Lehrende und Serviceeinrichtungen zu Fragen des KI-Einsatzes in der Lehre vernetzt und durch regelmässige, offene Formate den Wissensaustausch fördert. Mit dem Framework von Wenger-Trayner et al. (2017) lässt sich die Wertschöpfung solcher Netzwerke sichtbar machen – von unmittelbarem Nutzen über angewandte Praxis bis hin zu strategischen Effekten. Die Evaluation der EduAI-Community verdeutlicht Gelingensbedingungen und Barrieren und bietet eine Grundlage, um mit den Teilnehmenden die Potenziale von CoPs für andere Hochschulen zu diskutieren.
M Kugler Ralph
Frei Eva
PHSG Deuxième
Netzwerkbildung am Beispiel der IT-Bildungsoffensive des Kantons St.Gallen
Die IT-Bildungsoffensive (ITBO) des Kantons St.Gallen zeigt, wie evidenzorientierte Erkenntnisse durch gezielte Netzwerkbildung praxisnah aufbereitet und in Schulen verankert werden können. Zentrale Ansätze sind die Übersetzung verschiedener Evidenztypen in nutzbare Formate, die Ko-Konstruktion zwischen Forschung und Praxis sowie horizontale Schulentwicklung als gemeinsame Lernkultur. Mit Modellschulen, digitalen Plattformen wie zITBOx und vielfältigen Transferformaten werden mediendidaktische Konzepte entwickelt, verbreitet und für Folgeschulen adaptierbar gemacht. Das Projekt verdeutlicht, wie Pädagogische Hochschulen als „Broker“ den Austausch fördern, Communities aufbauen und die digitale Transformation im Bildungssystem nachhaltig unterstützen.
N Mudry Julie
Droz Laurent
HEP VS / HEP VD Deuxième
Les Didactiques Romandes (DidRo), un dispositif unique de pratiques collaboratives à l’échelle romande
Le dispositif DidRo, créé en 2011 par les Hautes écoles romandes, coordonne l’enseignement de dix didactiques disciplinaires à faibles effectifs afin de garantir une formation académique de qualité et durable. Il regroupe étudiants, didacticien·ne·s et responsables de formation dans un cadre collaboratif qui favorise la mutualisation des ressources, la recherche transversale et l’échange de bonnes pratiques entre institutions. Malgré des défis logistiques et la solitude de certains chercheurs, DidRo est devenu un espace structurant de dialogue et de reconnaissance, permettant de dépasser une logique purement utilitariste pour instaurer une véritable dynamique académique et professionnelle. Ce cas illustre comment la coordination interinstitutionnelle peut renforcer l’identité scientifique et pédagogique tout en ouvrant des perspectives de développement durable pour des disciplines rares.
O Brandenberg Andreas
Delfosse Peter
HSLU / BYDO Deuxième
BYDO – Netzwerk für praxisintegriertes Lernen
Kooperativer Bildungsrahmen für Hochschulen, Unternehmen und Institutionen
BYDO ist ein hochschulübergreifender Bildungsrahmen, der Hochschulen, Unternehmen und öffentliche Institutionen in einem interdisziplinären Netzwerk verbindet. Im Zentrum stehen praxisintegrierte Learning Boxes, in denen Studierende gemeinsam mit Praxispartnern reale Herausforderungen bearbeiten und dabei wissenschaftliche Tiefe mit praktischer Relevanz verbinden. Das Modell versteht Kooperation als zentrales Prinzip der Hochschulbildung und schafft verbindliche Strukturen für Qualität, Offenheit und institutionelle Identität. BYDO zeigt, wie Hochschulen durch kooperative Lernökosysteme Innovation fördern, Profilbildung stärken und gesellschaftliche Wirkung entfalten können.