HEM Bürgenstock

Für seine Jahreskonferenz lädt der Verein Führungspersonen der Schweizer Hochschulen, sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft ins KKL nach Luzern ein.

Bürgenstock-Konferenz 2026 «Open !? NetzwerkBildung»,

23./24. Januar 2026, KKL Luzern und Hochschule Luzern – Wirtschaft, Luzern

Hier finden Sie das Programm 2026

Hier finden Sie die Cases 2026

Netzwerke zwischen Familiengefühl und Führungsaufgabe

In einer Zeit, in der die Welt schmerzlich erfahren muss, dass selbst langjährige Partnerschaften nicht sicher sind, kommen 247 Führungskräfte der Schweizer Hochschulen an der Bürgenstock Konferenz zusammen, um sich über Netzwerke, ihre Bedeutung und ihre Grenzen auszutauschen.

«Networking is a Buzzword», sagt Kristin Vanlommel von der Universität Antwerpen gleich zu Beginn ihrer Keynote. Die Belgische Bildungsforscherin spricht darum in 60 Minuten kaum über Netzwerke, sondern vielmehr über «Social Capital» – Sozialkapital. Also die Ressourcen, die Menschen durch ihre Beziehungen und Zugehörigkeiten erhalten. Dabei unterscheidet sie drei Dimensionen von Sozialkapital:

  • Kognitives Sozialkapital: Gemeinsames Verständnis, gemeinsame Sprache, einheitliche Zielsetzung.
  • Affektives Sozialkapital: Vertrauen, gegenseitiger Respekt, Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung.
  • Strukturelles Sozialkapital: Netzwerke, Verbindungen, Qualität der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

«Don’t sit on your capital. Use it!», ermutigt Kristin Vanlommel die anwesenden Gäste.  Netzwerke seien zu oft eine Ansammlung von Individuen, die alle individuell etwas lernen im Netzwerk. Das sei nicht die Idee von Networking, sagt Vanlommel. «We need more co-creation and interdependence.» Dafür sei Vertrauen wichtig. Aber auch konstruktive Kritik. «In Schools and Universities we are often too kind to each other. We need to argue about things in order to change», so Vanlommel. Ein Netzwerk sollte sich wie eine Familie anfühlen.

Netzwerke fördern: Engagement sichtbar machen

Aufgabe der Hochschul-Führungskräfte ist demnach, das Sozialkapital ihrer Organisation zu nutzen, um nachhaltige Transformation zu erreichen. Wie das konkret aussehen könnte, darüber sprachen Karin Mairitsch (ZHdK), Jean-Nicolas Aebischer (HESSO-FR Technik/Architektur), Sabina Larcher (PHTG) und Tiziana Brenna (SUPSI Alumni) mit HEM-Geschäftsführer Lukas Lehmann. Die Diskussionsrunde machte deutlich, dass es für Schweizer Bildungsinstitutionen erfolgsversprechend ist, auf allen drei Dimensionen von Sozialkapital zu investieren. Denn klar ist: ein Netzwerk ist kein Selbstzweck. Der Wert eines Netzwerks ergibt sich aus dem Engagement der Menschen innerhalb des Netzwerks. Und diese sollen dafür auch durch die Institution gewürdigt werden.

Kristin Vanlommel:
«There is no blueprint for building successful networks. It is all about investing in your social Capital.»

Sabina Larcher:
«Netzwerke sind Arbeit. Für die Führungspersonen von PHs heisst das verschiedene Sprachen pflegen: mit der Praxis, mit der Politik, mit der Wissenschaft und mit anderen Hochschulen – ein transdiziplinärer Dialog.»

René Weber:
«Die Herausforderungen für Hochschulen wird sein, wie sie die dynamsichen und fluiden Strukturen von Netzwerken mit ihren institutionellen Mauern der Organisation verbinden und bearbeiten können.»

Tiziana Brenna:
«Netzwerke wirken am stärksten, wenn sie strategisch durchdacht, menschlich gepflegt und strukturell unterstütz werden.»

Jean-Nicolas Aebischer:
«Frijof Capra, physicien, théoricien des systèmes et philosophe de renom, a identifié quatre caractéristiques de la vie :
1. la vie s’organise en réseaux, ceux-ci sont intrinsèquement
2. régénératifs,
3. créatives et
4. intelligents.
Dans cette optique, nous devrions entretenir nos réseaux.»

Karin Mairitsch:
«Hochschulen sind emergente Netzwerke in sich selbst und über sich hinaus, niemals die Grenzen kennend. Für unsere Studierenden sind sie entscheidend für den beruflichen Erfolg. Man muss sich damit arrangieren, dass man diese Bewegungen nur punktuell steuern kann. Darum sollte man sich als Führungsperson einer Hochschule auf die strategischen Dimensionen von Netzwerken konzentrieren.»

Bürgenstock-Konferenz 2025 «LIFELONG PROFESSIONAL DEVELOPMENT»,

24./25. Januar 2025, KKL Luzern und Hotel Astoria Luzern

Hier finden Sie das Programm 2025

Hier finden Sie die Cases 2025

Teilnehmendenliste 2025 (verfügbar bis 07.02.2025)

Das Video zur Konferenz finden Sie auf unserer LinkedIn Seite.

Weiterbildung im Wandel

Die Schweizer Hochschulen messen sich im Markt der beruflichen Entwicklung heute mit globalen, digitalen Angeboten. Das bietet Chancen und Herausforderungen.

Herzliche Hallos an den runden Tischen im grossen Saal des KKL. Umarmungen auf dem Weg zum Sitzplatz. Man kennt sich. Und die, die sich noch nicht kennen, schütteln sich jetzt die Hand. «Die Entwicklung der offenen Kultur unserer Konferenz, an der alle Hochschulen der Schweiz teilnehmen können, hat sich bewährt», sagt der ehemalige HEM-Präsident Jürg Kessler. Bevor er den Stab (oder in diesem Fall einen Kristall) an seine Nachfolgerin Barbara Bader übergibt, verweist er noch auf das Abendprogramm.

Aber erst geht es an der HEM Bürgenstock Konferenz 2025 um Inhalte: «Life long professional development» ist das Thema. Digitale Angebote und globale Player machen den Schweizer Hochschulen Konkurrenz bei der beruflichen Weiterbildung. Barbara Bader startet darum mit einer Kampfansage an LinkedIn Learning und Co. ins Programm: «Wir als Hochschulen waren, sind und bleiben zentrale Akteure im ‘life long professionell development’», ruft die HEM-Präsidentin den knapp 250 Teilnehmenden

Spielt der demografische Wandel der Weiterbildung in die Karten?

Was da (sonst noch) in Zukunft auf die Hochschulen zukommt, skizziert Gastreferent Bernhard Schmidt-Hertha, Professor für allgemeine Pädagogik und Bildungsmanagement an der Ludwig-Maximilians Uni München. «Immer mehr Menschen verstehen Weiterbildung als normalen Bestandteil ihrer professionellen und auch privaten Entwicklung.» «Life long professional development» sei ein wachsender Markt. Die jungen Generationen steigen mit einer hohen Weiterbildungs-Affinität ins Berufsleben ein. Die älteren Generationen suchen immer öfter neue persönliche oder berufliche Entwicklungschancen. Schmidt-Hertha wirbt für mehr Durchlässigkeit zwischen der akademischen Grundausbildung, der Weiterbildung und der «Hochschule für die zweite Lebenshälfte», wie er es nennt.

Intergenerationelles Lernen – voneinander, miteinander, übereinander: hier sieht der Bildungsforscher grosses Potenzial. Und eine grosse Chance für Hochschulen. Denn kaum ein anderer Bildungsort könnte Angebote für alle Lebensphasen bieten. Er beobachtet aber auch: «Viele Hochschulen sind darauf organisational nicht gut vorbereitet».

Grafik better use of reputation

Abb. 1: Die meisten Teilnehmenden finden, die Hochschulen müssen in Zukunft ihren Ruf besser nutzen, um den Weiterbildungsmarkt nicht an andere Akteure zu verlieren.

Grafik: distinction between initial and continuing education

Abb. 2: Geteilte Meinung der Teilnehmenden zur Frage, ob die Unterscheidung zwischen Erstausbildung und Weiterbildung im Kontext der lebenslangen beruflichen Entwicklung noch sinnvoll ist.

Neue Anforderungen für Unternehmen und Hochschulen

Was an den Pitches, Podiumsdiskussionen und Case Studies der HEM Bürgenstock Konferenz deutlich wird: Lebenslange berufliche Entwicklung heisst vor allem, seine Fähigkeiten den sich immer rascher verändernden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt anzupassen. «Schnelles Lernen ist in Zukunft eine kritische Kompetenz für Unternehmen sowie Hochschulen gleichermassen», sagt Natalie Rüedi, Chief Human Resources Officer der Emmi Group. Das heisst zum Beispiel: Kürzere Formate, in denen schneller Wissen vermittelt wird, das schnell angewendet werden kann.

Doppelrolle für Lehrpersonen

Doch nicht nur Unternehmen und Hochschulen müssen bei der lebenslangen beruflichen Entwicklung näher zusammenrücken. Ebenso Schulen und Hochschulen. «Wir müssen lernen, wie wir unseren Schüler:innen fachübergreifende Kompetenzen beibringen können», sagt Lucius Hartmann vom Verein Schweizer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer. Er sieht die Lehrpersonen bei diesem Thema in einer Doppelrolle: sich selbst weiterbilden, um die Weiterbildungsteilnehmenden von übermorgen kompetent zu machen.

Ein Thema mit Tragweite

Und wer soll das alles bezahlen? «Das Lebenslange Lernen ist eine Gemeinschaftsaufgabe», findet Jürg Arpagaus von der Pädagogischen Hochschule Bern. Man könne die Weiterbildung in «Future Skills» nicht allein den Individuen und Unternehmen überlassen. Denn «life long professional development» diene auch der Gesellschaft, dem Pluralismus, ja der Demokratie. «Ich bin der Meinung, da sollte der Staat eine aktive Rolle übernehmen», so Arpagaus. Der Saal applaudiert.

Bürgenstock-Konferenz 2024 «What's next for internationalisation in Higher Education?»,

19./20. Januar 2024, KKL Luzern und Hotel Astoria Luzern

Hier finden Sie das Programm 2024

Hier finden Sie die Cases 2024

Präsentation von Kijan Espahangizi, University of Zurich

Präsentation von Irina Ferencz, Academic Cooperation Association

Präsentation von Olivier Tschopp, Movetia

Teilnehmendenliste 2024 (verfügbar bis 15.2.2024)

Internationalisierung at its best

Hochschulen pflegen vermehrt den internationalen Austausch. So können sie besser mit den Herausforderungen einer globalen Bildungswelt umgehen.

In den ersten Minuten scheint noch alles den erwarteten Verlauf zu nehmen. Der deutsch-iranische Historiker Kijan Espahangizi von der Universität Zürich spricht über den weltweiten Wettbewerb zwischen Hochschulen und wie die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg die Exzellenz stärkt. Die Internationalisierung von Hochschulen – beim Thema der Bürgenstock-Konferenz 2024 denken die meisten der Teilnehmenden im KKL in Luzern vermutlich spontan an Chancen. Die Chance für mehr Mobilität für Studierende und Dozierende. Die Chance für gemeinsame Lehrveranstaltungen mit Hochschulen aus dem Ausland. Oder die Chance für die Forschung, mit kreativen Köpfen aus der ganzen Welt innovative Projekte zu lancieren.

Nun hält der Historiker kurz inne. Er richtet den Blick ins Publikum und sagt: «Doch es gibt einen Elefanten im Raum.» Nämlich die Gesellschaft, genauer ihre heutige Zusammensetzung. Darauf fokussiert er im Folgenden seine Argumentation, die man vereinfacht wie folgt zusammenfassen kann: Die Hochschulen sind Teil einer Migrationsgesellschaft, die sich im letzten halben Jahrhundert fundamental verändert hat. Wer Ende der 1960er Jahre in die Schweiz kam, hatte sich anzupassen – idealerweise so weit, dass die kulturellen Unterschiede und damit das Anders-Sein der Person unsichtbar wurden. Später sprach man von Integration in ein bestehendes System. Heute haben wir eine Gesellschaft, die sehr vielfältig ist. Im Vergleich zu früher verhält es sich nun quasi umgekehrt: Nicht die Menschen müssen sich dem System anpassen, sondern das System den Menschen. «Aber Hochschulen denken diesen Wandel bei der Internationalisierung zu wenig mit», schlägt Kijan Espahangizi den Bogen zum Hauptthema.

Man kann es aus Sicht der Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen auch so sagen: Die Internationalisierung ist eine Medaille mit zwei völlig unterschiedlichen Seiten – Chancen und Herausforderungen. In der Schule zeigen sich die Herausforderungen sehr deutlich. Internationalisierung heisst hier, dass es immer mehr Kinder, Jugendliche aus uns fremden Kulturen hat, welche ihren Hintergrund nicht mehr verstecken, sondern selbstbewusst benennen und ausdrücken. Vielfalt bezieht sich nicht nur auf bereichernde neue Perspektiven, welche die Kinder einbringen, sondern auf ganz andere Wertvorstellungen, die sie mitbringen und die eine Herausforderung für die Lehrpersonen sein können. Und familiäre Bildungsaufstiege werden kontrastiert durch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die den Anschluss verlieren und kaum mehr an unserer Gesellschaft teilhaben können.

Dass Hochschulen für die Gesellschaft eine besondere Verantwortung haben, hat Julian Skyrmes von der University of Manchester vor zwei Jahren im Rahmen der Bürgenstock-Konferenz 2022 überzeugend ausgeführt. Damit ist der Ton gesetzt: «Die Internationalisierung der Hochschulen muss in diesem gesellschaftlichen Kontext gedacht werden», sagt Barbara Fäh. Und die HEM-Vizepräsidentin doppelt sogleich nach: «Gerade Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen müssen einen grossen Beitrag leisten, dass möglichst viele Menschen an dieser Gesellschaft teilhaben können.»

Um es im Kopf kurz zu sortieren: Die Migration hat die Gesellschaft und damit die Schule vielfältiger gemacht. Die Internationalisierung ermöglicht es den Hochschulen, diese globale Bildungswelt besser zu verstehen. Die Hochschulen können ihre Studierenden damit gezielt darauf vorbereiten, mit dieser Vielfalt umzugehen.

Wie die lokale Gesellschaft die Schulen und Hochschulen beeinflusst

Wie man sich eine so verstandene Internationalisierung im Einzelnen vorstellen kann, wird in den zwei Tagen der Konferenz auf verschiedenen Ebenen konkretisiert. Vier kurze Einblicke:

  • Bei vielen Hochschulen könnte die Vielfalt unter Studierenden und Dozierenden noch stärker ausgeprägt sein. Dabei geht es nicht um Nationalitäten, sondern um multikulturelle Kompetenzen oder besondere Interessen an gesellschaftlichen Brennpunkten. Um solche Personen zu gewinnen, müssen die Schwerpunkte der Hochschule im Bereich der Internationalisierung entsprechend gesetzt und klar kommuniziert werden.
  • Mit virtuellen Lernumgebungen wie internationalisation@home und hier besonders Collaborative Online International Learning (COIL) ist es heute möglich, allen Studierenden internationale Erfahrungen zu ermöglichen, ohne dass sie ihre Reisetasche packen müssen. Der niederschwellige Austausch mit Studierenden aus anderen Ländern kann unmittelbar grenzüberschreitend sein, aber auch interkontinentale Partnerschaften umfassen. Studierende und Dozierende erweitern dabei ihre Sprachfähigkeiten wie auch ihr interkulturelles Verständnis.
  • Forschende können sich im internationalen Austausch Zugang zu einem breiten Pool an Fachwissen aus verschiedenen Ländern verschaffen. Die Projekte profitieren so von einer grösseren Vielfalt an Perspektiven und Ansätzen. Ausserdem steigert dies die wissenschaftliche Reputation und Sichtbarkeit, da internationale Kooperationen oft zu hochwertigen Publikationen führen.
  • Die Internationalisierung darf nicht einfach an die entsprechende Abteilung delegiert werden. Besser sind übergreifende Projektteams, die situativ zusammengestellt werden. Der Stab unterstützt diese Teams und organisiert die Zusammenarbeit mit spezifischen Netzwerken wie zum Beispiel Movetia. Die Hochschule als Ganzes muss die Internationalisierung in ihre Strategie aufnehmen und dort präzise definieren, was Ziel und Zweck der Internationalisierung sind – auf pädagogischer, politischer, wirtschaftlicher und vor allem auch gesellschaftlicher Ebene.

«Internationalisierung ist eine wertvolle Notwendigkeit, um auf die Herausforderungen einer globalen Bildungswelt nicht nur angemessen reagieren zu können, sondern sie zu antizipieren und aktiv voranzugehen», konstatiert Barbara Fäh. Mit diesem eindringlichen Votum wird die Konferenz geschlossen.

Bericht: Dr. phil. Dominik Gyseler, HfH Wissenschaftskommunikation

Bürgenstock-Konferenz 2023 «Wie schlau macht uns die Künstliche Intelligenz?»,

20./21. Januar 2023

Programm 2023

Cases 2023

Bürgenstock-Konferenz 2022 «Die soziale Verantwortung der Hochschulen»,

17. Juni 2022

Hochschulen müssen sich fragen, wozu sie gut sind

Bei der diesjährigen Bürgenstock-Konferenz ging es um die soziale Verantwortung der Hochschulen. Wenn man diese ernst nimmt, darf sie kein Feigenblatt sein und kann sogar zu einer Raison d’Être werden. 

Podiumsgespräch mit 6 Personen

Die Grundidee der Konferenz war klar: Die Hochschule soll kein sprichwörtlicher Elfenbeinturm sein, der hoch über der Stadt thront, sondern ein Teil der Gesellschaft mit unmittelbarem Nutzen für die Bevölkerung. Viele würden dieser Maxime vermutlich intuitiv zustimmen. Doch was heisst das genau – und wie kommt man als Hochschule dahin? So wie die Fachleute vor Jahren nach Finnland gereist sind, um dem Geheimnis des PISA-Spitzenreiters auf die Spur zu kommen, müssten sie nun in die britische Arbeiterstadt Manchester pilgern. Denn die dortige Universität ist in diesem Bereich die Nummer eins in Grossbritannien, die Nummer zwei in Europa und die Nummer acht weltweit. Ihr Erfolgsrezept: «Soziale Verantwortung ist nicht einfach nur der Zuckerguss drüber, es ist die Torte selbst», sagte Julian Skyrmes, Director of Social Responsibility der University of Manchester. Bei ihrer Hochschule besteht die Torte aus vier grossen Stücken, die zeigen, wie breit das Spektrum ist: Es reicht von der gesellschaftlichen Inklusion über die Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit bis hin zum kulturellen Engagement. Immer «for the good of society», wie Skyrmes unablässig betonte. Wir haben ihn im Video-Interview gefragt, was für ihn ein schlagendes Beispiel im Bereich der gesellschaftlichen Inklusion ist. 

Das Gute am breiten Ansatz der sozialen Verantwortung: Jede Hochschule macht irgendwas. Das Problem: Die meisten Hochschulen machen irgendwas. Will man aber langfristig wirksame Effekte erzielen, muss man gezielt Schwerpunkte setzen. Und zwar so konsequent, dass sie für manch eine Hochschule eine Zeitenwende mit sich bringen würde, wie Julian Skyrmes ausführte: «Universities should focus on what they’re good for, not good at» – also sich darauf konzentrieren, wozu sie gut sind, nicht worin. Wir haben bei Teilnehmenden der Konferenz nachgefragt, wie sie soziale Verantwortung verstehen. Die Antworten waren bunt gemischt: «Bewusst auch Studierende mit Beeinträchtigungen einbeziehen», «die nachfolgenden Generationen stets im Blick haben», «nachhaltig sein», «seine Erkenntnisse in einer Sprache kommunizieren, die alle verstehen» – doch hören Sie selbst.

Bericht: Dr. Steff Aellig, HfH Wissenschaftskommunikation